Dein erster Kunde sitzt nicht da, wo du suchst
Hallo,
erstmal: schön, dass du dabei bist. Das hier ist die erste Ausgabe vom Sonntagsbrief, den du jetzt jeden Sonntag morgens um 8 bekommst.
Ich fang mit einer Sache an, die fast jeder falsch macht.
Die Logik, die scheitert
Wenn du loslegst, mit ChatGPT für andere zu schreiben, ist der erste Reflex meistens: du fragst Freunde, Verwandte, alte Kollegen. „Hey, ich biete jetzt Texte an, falls du wen kennst..."
Klingt logisch. Ist aber die zweitschlechteste Akquise-Strategie, die es gibt. Gleich nach „gar nichts tun".
Warum dein Netzwerk nicht kauft
Ich hab das selbst durch. Ende der Neunziger, neu im Online-Marketing, der Markt war winzig. Mein gesamtes Adressbuch durchtelefoniert. Ergebnis: zwei Aufträge in drei Monaten. Beide von Leuten, die mir aus Höflichkeit was zugesteckt haben. Beide endeten unzufrieden, weil die Erwartungen nicht zum Auftrag passten.
Die Mathematik dahinter ist simpel. Menschen, die dich kennen, haben ein Bild von dir, das selten zu deinem neuen Angebot passt. Dein Schwager kennt dich als die freundliche Schwägerin, die früher in der Buchhaltung war. Wenn du jetzt plötzlich KI-Texte schreibst, ist das für ihn keine echte Berufsausübung, sondern ein Hobby, bei dem er dich aus Familienloyalität unterstützt. Er zahlt auch keine 89 Euro. Er schickt dir 30 Euro per Paypal mit einem Smiley. Und im nächsten Atemzug fragt er, ob du seinen Hund am Wochenende nimmst.
Schwache Verbindungen funktionieren anders. Eine Friseurin in Düsseldorf, die du noch nie gesprochen hast, kennt nur dein Angebot. Keine Vorgeschichte. Wenn dein Brief professionell aussieht und konkret ist, denkt sie: „Ah, eine Dienstleisterin. Das könnte ich brauchen." Die zahlt 89 Euro. Und meldet sich für den nächsten Auftrag wieder.
Was du stattdessen tun solltest
Im Buch steht die volle Akquise-Mechanik in Kapitel 14 und 15. Hier die Kurzfassung für deine erste Woche:
- Such dir eine Branche raus. Nur eine. Friseure, Yogalehrer, Steuerberater, Reisebüros. Egal welche. Aber genau eine.
- Recherchiere 25 konkrete Unternehmen aus dieser Branche in deiner Region. Nicht über Kontaktformulare, sondern direkte Email-Adressen. Im Impressum stehen sie meistens.
- Schreib in dieser Woche eine erste Mail an alle 25. Nicht 25 verschiedene Versionen. Die Vorlage aus dem Buch, leicht angepasst.
- Dann hör 10 Tage zu. Nicht panisch werden, wenn nach drei Tagen nichts kommt. Akquise hat einen anderen Rhythmus als private Kommunikation.
Die typische Reaktion
Wenn du das machst, passiert eines von zwei Dingen. Entweder du bekommst keine Antwort. Das ist normal, 75 Prozent Stille ist der typische Anteil. Oder du bekommst zwei bis vier Antworten. Davon meldet sich vielleicht eine Person mit echtem Interesse. Daraus wird, mit etwas Glück, dein erster zahlender Kunde.
Eine Person aus 25. Klingt mager. Ist aber stabil und wiederholbar. Wenn du das vier Wochen durchziehst, hast du 100 Kontakte rausgeschickt, vier bis acht ernsthafte Gespräche geführt, ein bis zwei Aufträge abgeschlossen. Das ist keine Sensation. Das ist ein funktionierendes Geschäft.
Dein Schwager wird in der Zeit nichts kaufen. Aber das ist okay. Der schickt dir trotzdem den Hund vorbei.
Eine Bitte zum Schluss: Antworte mir gerne auf diese Mail. Ich lese jede. Die besten Themen für die nächsten Sonntagsbriefe entstehen aus euren Fragen.
Bis Sonntag, Lukas
Den Sonntagsbrief abonnieren
Wenn du diese Ausgabe per Browser liest und den nächsten Sonntagsbrief in deinem Postfach haben willst, hier eintragen:
Toolkit holen & Newsletter abonnieren
Plus das kostenlose Toolkit zum Buch (50 ChatGPT-Prompts, Briefing-Bögen, Angebotsvorlagen, Tracker, Cockpit). Abmeldung mit einem Klick.